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“Jugend für Demokratie und Toleranz”

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In der zweiten Jahreshälfte 2015 bieten wir Schulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (vorbehaltlich der erneuten Förderbewilligung) im Rahmen des Aktionsprogramms “Jugend für Demokratie und Toleranz” interaktiv gestaltete Workshops an (mögliche Veranstaltungsthemen: siehe unten). Diese Veranstaltungen sind mit keinerlei Kosten für die Schule verbunden, sie werden vollständig durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und das Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e.V. finanziert. Wir stellen in enger Absprache ein auf die Wünsche und Bedürfnisse der jeweiligen Schule zugeschnittenes Programm zusammen.

Interessensbekundungen nehmen wir gern entgegen.

Ihre Ansprechpartnerin:
Anja Heidler
Telefon: 0341 / 995 444 0
Fax: 0341 / 995 444 1
E-Mail: a.heidler [at] dg-bildungswerksachsen.org
            info [at] dg-bildungswerksachsen.org

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VERANSTALTUNGSTERMINE 2015: n.a.

Mögliche Workshop-Themen:

Rechte Jugendkultur – Rechte Symbolik, Codes, Musik und Rhetorik
Dauer ab drei Zeitstunden; geeignet für die Jahrgangsstufen 8-12 und Berufsschüler

Ein alle Jugendkulturen verbindendes Element ist der Einsatz bestimmter Symbole und Codes, die sich oftmals nur den Insidern erschließen. So sind auch die Symbole rechtsextremer Gruppierungen für Außenstehende oftmals nicht eindeutig zu erkennen. Dazu kommt, dass rechtsextreme Jugendkulturen mehr und mehr in den Mainstream der Jugendkultur eindringen und so Jugendlichen die Trennung von extremistischen und freiheitlich-demokratischen Inhalten zunehmend schwer fällt. Insbesondere Kleidung und Musik sind für junge Menschen ein Ausdruck der Abgrenzung von der Erwachsenenwelt und spielen eine zentrale Rolle. Dabei ist die Verwendung bestimmter Marken und Codes bewusst ambivalent, die Zugehörigkeit zur rechten Szene kann oft nicht durch ein bestimmtes Merkmal festgestellt werden, sondern ergibt sich aus dem Gesamtkontext. Die Abgrenzung junger Menschen von ihrem sozialen Umfeld wie den Eltern während der Pubertät begünstigt das eventuelle Abgleiten in rechtsradikale Strukturen. Hier setzt der Workshop an und informiert die Jugendlichen über die rechten Jugendkulturen mit ihren verschiedenen Ausformungen. Die Jugendlichen werden in die Lage versetzt sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen, die sich hinter den Symbolen verstecken. Auf diese Weise wird couragiertes Handeln gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gefördert sowie das demokratische Bewusstsein der Schüler gestärkt.


Aussteiger aus der rechten Szene berichten
Dauer ab drei Zeitstunden; geeignet für die Jahrgangsstufen 8-12 und Berufsschüler

Niemand kann so authentisch über die Gefahren des Rechtsextremismus berichten wie ehemalige Mitglieder der Szene. Ihr Insiderwissen über die Anwerbestrategien und internen Strukturen der Organisationen sowie ihre Kenntnis der oftmals verdeckten, rechtsextremen Codes und Symbole machen sie zu besonderen Gesprächspartnern für Jugendliche. Denn von den Aussteigern lernen die Jugendlichen nicht nur, wie einfach das Abrutschen in die rechtsextreme Szene ist, sondern auch, wie schwierig das endgültige Verlassen dieses Milieus ist. Diese biografisch inspirierte, authentische Vermittlung von Wissen stellt für junge Menschen einen interessanten Lernimpuls dar, der von Lehrern/Trainern nicht in gleicher Weise erreicht werden kann. Darüber hinaus stehen die ehemaligen Extremisten durch ihre Abkehr vom Rechtsextremismus stellvertretend für Zivilcourage und unsere freiheitlichdemokratische Grundordnung und nehmen so eine Vorbildfunktion ein. Das Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e.V. bietet in Kooperation mit dem Verein Projekt 21 II Zusammenkünfte der Aussteiger mit Jugendlichen an. Der Verein ist bereits seit 12 Jahren aktiv und hat in dieser Zeit über 90 Menschen geholfen, die rechtsextreme Szene zu verlassen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben der Deutschen Gesellschaft gezeigt, dass eine Diskussion mit einem Aussteiger gerade Jugendlichen in besonders gefährdeten Regionen die Augen öffnen kann und ihnen hilft, immun gegen rechtsextreme Anwerbung zu werden.


Ausgegrenzt und abgestempelt – Vorurteile im Schulalltag
Dauer ab drei Zeitstunden; geeignet für die Jahrgangsstufen 8-12 und Berufsschüler

Mobbing im Umfeld von Schule ist nicht erst seit der Einrichtung einschlägiger Schmähseiten im Internet ein häufiges Problem junger Menschen. Tatsächlich gibt es kaum Gruppen, in denen ausgrenzende Gruppendynamiken nicht anzutreffen wären. Auslöser für die Ausgrenzung ist oftmals ein anderer sozialer, kultureller oder religiöser Hintergrund oder eine bestimmte Charaktereigenschaft der Ausgegrenzten. Die Ausgrenzung Anderer dient aber auch dazu, bewusst oder unbewusst die eigene Gruppe nach innen zu festigen und das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Die Schule stellt hierbei einen gesellschaftlichen Mikrokosmos dar, der gesamtgesellschaftlich wirksame Mechanismen aufgreift und widerspiegelt. Nicht selten werden ganze Bevölkerungsgruppen aufgrund sozialer oder kultureller Merkmale gemieden und für Problemlagen verantwortlich gemacht, schlichtweg weil sie in ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrem Lebensstil von der „Normalität“ abweichen. Im Workshop „Ausgegrenzt und Abgestempelt“ werden gängige Vorurteile unter die Lupe genommen und hinterfragt. Die Jugendlichen sollen lernen, sich kritisch mit Vorurteilen auseinanderzusetzen, Ausgrenzung im Alltag zu erkennen und Vielfalt als Bereicherung zu verstehen. So sollen Vorurteile abgebaut und couragiertes Handeln gefördert werden.


Jugend und Demokratie
Dauer ab drei Zeitstunden; geeignet für die Jahrgangsstufen 8-12 und Berufsschüler

Jugend und Demokratie ist ein Wortpaar, das in der Erwachsenenwelt häufig als problematisch aufgefasst wird. Junge Menschen, so der Gedankengang, würden sich nicht für Politik interessieren und sich deshalb äußerst selten im Gemeinwesen engagieren. Tatsächlich zeigen viele Jugendstudien, dass Politik im Allgemeinen und Demokratie im Besonderen für junge Menschen nachrangige Themen sind. Dies wird als Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung angesehen, denn Demokratie lebt von und durch politisch bewusste Bürger. Daher ist es umso wichtiger, Jugendliche zu aufgeklärten Staatsbürgern zu erziehen, sie in der Aneignung demokratischer Kompetenzen zu unterstützen und so Grundlagen für ihre erfolgreiche politische Partizipation zu legen. Das bedeutet, dass sie lernen, politische Fragestellungen richtig einzuordnen, eigene Interessen zu definieren und zu verfolgen. Der Workshop setzt hier an und bringt den Jugendlichen demokratische Kompetenzen anhand eines Beispiels aus ihrem direkten Lebensumfeld nahe. Vielfältige Beispiele sind möglich, z.B. die Planung der Durchsetzung einer Verkehrsberuhigung vor der Schule oder die Einrichtung eines Freizeit- oder Bildungsangebots am Nachmittag. Der Workshop „Jugend und Demokratie“ zeigt jungen Menschen, welche vielfältigen Möglichkeiten ihnen offen stehen, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.


Rechtsterrorismus
Dauer ab drei Zeitstunden; geeignet für die Jahrgangsstufen 10-12 und Berufsschüler

Innerhalb der aktuellen Debatte über den Rechtsextremismus in Deutschland spielt der Rechtsterrorismus anlässlich der menschenverachtenden Mordserie der Terrorgruppe NSU eine wichtige Rolle. Rechtsterrorismus als Ausdruck des Rechtsextremismus hatte es in Deutschland seit 1945 bis dahin nicht gegeben, so dass hier ein besonders großer Aufklärungsbedarf für die Schüler besteht. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass auch die Lehrer angesichts der Informationsfülle in den Medien mit teils sehr spezifischen Berichterstattungen ein derartiges Angebot positiv annehmen. Im Mittelpunkt des Workshops steht eine für die Schüler nachvollziehbare Analyse, wie sich aus einer in der rechten Jugendkultur verbreiteten rassistischen und fremdenfeindlichen Rhetorik eine terroristische Radikalisierung entwickeln kann. Den Jugendlichen kann auf diese Weise deutlich gemacht werden, dass die rechtsextremen Inhalte z.B. von Musik nicht etwa allein der Provokation und damit Abgrenzung gegenüber der Erwachsenenwelt dienen, sondern wirklich in ihrer kompletten Menschenverachtung auch umgesetzt werden. Gerade an diesem extremen Beispiel lässt sich überzeugend zeigen, dass die Ausgrenzung und Stigmatisierung von Gruppen und Einzelpersonen nach einem Freund-Feind-Schema zu systematisch geplanten Morden führen kann, so dass derartigen antidemokratischen und menschenfeindlichen Vorstellungen auch im frühesten Stadium bereits entgegen getreten werden muss. Als Hintergrundinformation wird den Lehrern Material zur Verfügung gestellt: a) wie angesichts der jüngsten Erfahrungen die Wehrhaftigkeit einer föderal strukturierten Demokratie etwa mit Hilfe des Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ) verbessert worden ist, die Präventionsarbeit verbessert wurde und welche Reformen im Bereich des Verfassungsschutzes vorgenommen wurden; b) warum die Bundesrepublik nach 1945/49 bzw. 1990 aufgrund der Diktaturerfahrung zweier zentralistischer Systeme an der föderalen Struktur der polizeilichen Ermittlungsbehörden festhält.


Missbrauch von Kriegserinnerungen durch Rechtsextreme
Dauer ab drei Zeitstunden; geeignet für die Jahrgangsstufen 7-12 und Berufsschüler

Zu den typischen Aktionsformen der Rechtsextremen gehören die Versuche, Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg ideologisch zu vereinnahmen, um damit gleichzeitig Sympathien im breiteren Umfeld ihrer Tätigkeit zu finden (Aufmärsche z.B. in Magdeburg oder Dresden anlässlich von Jahrestagen der Bombardierung, an Kriegsgräberstätten oder ehemaligen Gefechtsorten). Hierbei suggerieren die Rechtsextremisten, dass die Kriegsleiden auch der deutschen Bevölkerung oder die „Opferbereitschaft“ der deutschen Soldaten bislang „verschwiegen“ würden, und damit die „wahre“ nationale Geschichte nicht erzählt würde. In dem Workshop sollen die Schüler deshalb lernen, wie man derartige rechtsextreme Geschichtskonstruktionen erkennt und hinterfragt. Zur Umsetzung dieser Methodenkompetenz bedarf es gleichzeitig einer inhaltlichen Aufbereitung des Themas, denn derartigen Vereinnahmungen kann man an Schulen durch gezielte Darstellung der rassistisch geprägten Kriegsziele Hitlers und den dramatischen Folgen des durch die Nationalsozialisten entfesselten Zweiten Weltkriegs den Boden entziehen. Dazu gehört etwa die die Darstellung der Ursachen für den Ausbruch und die Dauer des Zweiten Weltkriegs, dem Leiden der Bevölkerung in Europa durch den Krieg mit ca. 50-56 Millionen durch direktes Kriegsgeschehen Getöteten. Auf Basis des erworbenen Wissens können rechtsextreme Argumentationsmuster analysiert und deren Verdrehung erkannt werden. Ein derartiger Workshop kann auch mit einem Zeitzeugengespräch kombiniert werden, da die authentische Schilderung der Leiden des Krieges durch einen Zeitzeugen den Schülern noch intensiver vor Augen führt, wohin die nationalsozialistische Gewaltherrschaft führte und jegliche rechtsextreme Verdrehung dieser Epoche abzulehnen ist.

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Copyright © 2017 Bildungswerk Sachsen der Deutschen Gesellschaft e.V. Stand: 24.04.2017

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